
Thema
Entwicklung von Umweltfaktoren (z.B. CO2-eq./€ oder CO2-eq./Dienstleistungsstunde) für ausgewählte Prozesse einschließlich der gesamten Vorketten zur Komplettierung einer prozessbasierten Datenbank .
Situtation
Die prozessbasierte Ökobilanzierung verwendet spezifische Prozessdaten in ´wohl definierten´ Systemgrenzen. Diese Systemgrenzen bilden die Hauptbestandsteile der Vorkettenprozesse situationsspezifisch und detailliert ab. Dies kann auch Kapitalgüter einschließen, wie z.B. bei elektrischen und thermischen Energieerzeugung von nicht-erneuerbaren Energieträgern. Dienstleistungen und Kapitalgüter in vorgelagerten Prozessstufen finden jedoch häufig keine ausreichende Berücksichtigung. Ferner werden Dienstleistungen (z.B. Marketingaktivitäten), die geringe unmittelbare Umweltauswirkungen haben, nicht berücksichtigt. Dadurch ist die prozessbasierte Öko-Bilanzierung mit einem Abschneidefehler (truncation error) belastet. Dieser kann je nach Anwendungsbereich der Daten irrelevant sein; in einigen Fällen der Abschneidefehler jedoch bedeutend sein.
Im Gegensatz dazu überwindet die Input-Output-Analyse das Problem des oben-beschriebenen Abschneidefehlers, da die Gesamtökonomie einschließlich Kapitalgüter, Dienstleistung etc. auf der Basis monetärer Flüsse abgebildet wird. Allerdings geht diese Art der Erfassung bislang zu Lasten ungenauerer Prozessdaten und es liegen diese allgemeinen Daten in der Regel nicht mit vergleichbarer Detailtiefe vor, was zu Lasten der Genauigkeit der Analyse geht. Ferner kann die Input-Output-Analyse systembedingt kaum eine Optimierung von zwei Varianten eines vergleichbaren Industrieprozesses oder Produktes durchführen.
Wünschenswert ist daher eine Kombination beider Ansätze, der weiterhin sehr detaillierte Prozessdaten garantiert aber bisher unberücksichtigte Prozesse mit Hilfe von Input-Output Daten abbildet. So wird es langfristig möglich sein, die Vergleichbarkeit von Studien und Ergebnissen zu gewährleisten. Dabei muss die prozessbasierte Ökobilanz die spezifische Basis stellen und Input-Output-Analyse die allgemeinen Sekundäreffekte abbilden.
Anforderungsprofil:
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Dr. Sven Lundie